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Aktuelles / Nachrichten

Die BIF beim Basel_Karlsruhe_Forum on educational and societal TV and media: »Do we matter?«

BIF-Workshop mit SAT. 1
TV-Formate mit migrationsbezogenem Inhalt

“Do we matter in society” war das bestimmende Thema am Montag, 20. Februar 2006 im Rahmen des viertägigen Basel_Karlsruhe_Forums. Die “Bundesinitiative Integration und Fernsehen” (BIF) gestaltete diesen Tag in zentraler Funktion mit: Zunächst präsentierte der Institutsleiter des ZKM | Institut für Medien und Wirtschaft und Initiator der Bundesinitiative Michael Mangold am Vormittags das Projekt und seine Ziele im Detail.

Am Nachmittag fand der Workshop „TV-Formate mit migrationsbezogenem Inhalt” statt, zu dem die BIF Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen um einen Tisch versammeln konnte. Auf die Einladung der Initiative hin, kamen Wissenschaftler und TV-Experten zusammen, um das Thema „Migranten und Unterhaltungsfernsehen“ zu diskutieren. Nach der Vorführung einer Folge der ersten deutsch-türkischen Sitcom „König von Kreuzberg“ (Sat.1, 2005) erläuterte die verantwortliche Redakteurin des Senders, Regine Bielefeldt, die Entstehungsgeschichte und Resonanz des Formats. Im Anschluss daran wurden positive und negative Aspekte bezüglich der Darstellung und des Inhaltes der Serie, aber auch übergreifende Probleme bei der Inszenierung der Migrationsthematik im narrativen Fernsehen rege diskutiert.

Einhelligkeit bestand unter den anwesenden Wissenschaftlern und Fernsehpraktikern, dass Sat.1 mit dem „König von Kreuzberg“ einen nicht zu unterschätzenden Wagemut bewiesen hat und geschickt mit Klischees und Stereotypen zu spielen vermochte. Dennoch wurde die Serie aufgrund von mangelnden Einschaltquoten eingestellt. Bei der Suche nach Ursachen hierfür wurde im Verlauf des Workshops kritisiert, dass der Sender einerseits eine ungeeignete Sendezeit ausgewählt hatte, andererseits aber auch gerade den überwiegend deutschen Zuschauern zu wenig Zeit ließ, um sich mit den ungewohnten Charakteren und Geschichten rund um die Einwanderer der zweiten Generation vertraut zu machen.

Optimierungsbedarf besteht aber auch seitens der Produktion: So wurde dem „König von Kreuzberg“ im Nachhinein gerade von Seiten der jungen, deutsch-türkischen Zuschauer vorgeworfen, dass das Drehbuch allein von deutschen Autoren verfasst wurde. Um jedoch einen authentischen und facettenreichen Blick auf die aktuellen Verhältnisse zu werfen, ist hier zukünftig eine Zusammenarbeit von deutschen und türkischen Drehbuchautoren von Nöten.

Nicht zuletzt lassen sich auch für die deutsche Medienforschung erhebliche Versäumnisse für den Themenbereich „Migration und Fernsehen“ feststellen: So erfasst die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) lediglich die Einschaltquoten europäischer Haushalte, so dass bislang keine repräsentative Zuschauerforschung für deutsch-türkische Hausalte vorliegt. Des Weiteren fehlt es an Untersuchungen zum Thema, wie einzelne Formate und ihre Inhalte von Rezipienten mit Migrationshintergrund wahrgenommen und bewertet werden.

Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass das Zusammenführen von Forschungsexperten und Praktikern aus dem Fernsehbereich von großem Nutzen für beide Seiten ist und wichtige Impulse für die weitere Arbeit in beiden Feldern liefern kann. Es gilt deshalb, dass trotz unterschiedlicher Arbeitswelten und Erfahrungshintergründe beide Seiten ihre Stärken zusammenführen, um die Integration migrationsspezifischer Inhalte in Unterhaltungsformate vertiefen und ihre Wirkung begleiten zu können. Dies ist eines der zentralen Anliegen der „Bundesinitiative Integration und Fernsehen“, die gerne auch in Zukunft einen zentralen Beitrag für das Basel_Karlsruhe_Forum leisten wird.

Für ihre engagierte Teilnahme bedankt sich das Team der „Bundesinitiative Integration und Fernsehen“ herzlich bei:

Weitere Informationen:
www.bakafe.net
www.zkm.de/muw/
Vortrag: BIF - “Address people where they are”

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