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Aktuelles / Nachrichten

Pressegespräch mit Tayfun Bademsoy
Mo 24. April 2006

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Am 21. April 2006 startete die neue RTL-Comedyserie Alle lieben Jimmy. Anlässlich des Serienstarts initiierte die BIF des ZKM | Institut für Medien und Wirtschaft am 24. April 2006 ein Pressegespräch im ZKM. Der Hauptdarsteller der Serie Tayfun Bademsoy und Initiator der BIF Michael Mangold diskutierten über das Thema Integration und Medien und beantworteten die Fragen in diesem Kontext.

Tayfun Bademsoy - ein Enthusiast im Pressegespräch bei der „Bundesinitiative Integration und Fernsehen“

Die am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe angesiedelte „Bundesinitiative Integration und Fernsehen“ sieht in den Unterhaltungsformaten des Fernsehens große Potenziale zur Intensivierung der Integration von Migranten in der Bundesrepublik Deutschland. Der Initiator der Initiative, Michael Mangold, freute sich daher sehr, anlässlich des Beginns der neuen RTL-Sitcom Alle lieben Jimmy einen der Hauptdarstellern, Tayfun Bademsoy, im ZKM begrüßen zu dürfen.

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Im Auftrag von RTL produzierte die Bavaria Film GmbH im Sommer 2005 unter dem Arbeitstiel: Halbmond über Neukirchen eine vorerst achtteilige Sitcom, welche am Freitag, den 21. April 2006 um 21:45 Uhr erstmals ausgestrahlt wurde. Diese Premiere verfolgten im Schnitt 3,14 Millionen Bundesbürger ab drei Jahren, was einem Marktanteil von 11,3 Prozent beim Gesamtpublikum entspricht. In der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnte sogar einen Marktanteil von 18,1 Prozent erzielt werden, da sich 2,04 Millionen Menschen für die Comedyserie entschieden.

Seit 26 Jahren hat Tayfun Bademsoy auf diese Serie gewartet, darauf dass Geschichten erzählt werden, die bis dato noch nicht erzählt wurden. Seiner Meinung nach spiegelt diese Sitcom das Leben einer modernen türkischen Familie und ihre alltäglichen Probleme wieder, die denen deutscher Familien sehr ähnlich sind. Im Mittelpunkt steht der 18-jährige Jimmy (Eralp Uzun), der mit seiner temperamentvollen Familie Arkadas allerlei Turbulenzen durchlebt. Zur Seite stehen ihm seine zwei Schwestern Leyla (Gülcan Karahanci) und Fatma (Maya Haddad), seine Eltern Gül (Meral Perin) und Metin (Tayfun Bademsoy) sowie sein Kumpel Ben (Siggi Kautz).

Bademsoy

Der 1958 in der Türkei geborene Schauspieler kam mit zehn Jahren in die Bundesrepublik Deutschland. Seit nunmehr 26 Jahren spielt der Wahl-Berliner in vielen Fernseh- und Kinofilmen, ist Mit-Produzent der BaBaFilm und Gründer der erfolgreichen Schauspieler-Agentur International Actors/Foreign Faces.

Obwohl Tayfun Bademsoy kein großer Sitcom-Fan ist, konnte er sich dem Angebot nicht entziehen. Er las das Drehbuch zu Alle lieben Jimmy mit großem Interesse und empfand es sofort als spannend und gut für eine deutsch-türkische Serie. Seiner Meinung nach sind Sitcoms bestens für die unterhaltsame Behandlung wichtiger mit Migration verbundenen Themen geeignet. Hierbei spielt der Humor die zentrale Rolle. Tayfun Bademsoys Einschätzung nach können sowohl Türken, als auch Deutsche sehr gut über sich selbst lachen. Problematisch soll es in Zukunft auch dann nicht werden, wenn die beiden Gruppen versuchen übereinander zu lachen.

Von entscheidender Bedeutung ist für Tayfun Bademsoy die sowohl realistische als auch unterhaltsame Darstellung einer türkischen mittelständischen Familie in Deutschland. Das Hauptaugenmerk liegt auf den wichtigen Fragen des Alltags: interfamiliäre Beziehungen, Freundschaften, beruflichen Perspektiven, Sexualität usw. Zur Sicherstellung einer glaubhaften Darstellung überarbeitete das Team um Drehbuchautor Tac Romey gemeinsam die einzelnen Folgen, um diese so realitätsnah wie möglich umsetzen zu können.

In bisherigen Unterhaltungsformaten kann von einem authentischen Blick auf die Lebensverhältnisse der Migranten in Deutschland nicht gesprochen werden. Dieser Missstand bedarf für die „Bundesinitiative Integration und Fernsehen“ einer korrektiven Neuorientierung bei Themenauswahl und Produktion unterhaltender Fernsehformate. Grund zur Hoffnung geben die aktuellen Serien: Türkisch für Anfänger und Alle lieben Jimmy. Hier wartet ein großer Fundus an Lebensgeschichten auf das Fernsehen, wovon das Medium nur profitieren kann. Selbst wenn die erwünschten Quoten vorerst ausbleiben sollten, muss man den Redakteuren und Produzenten jedoch Mut zusprechen. Sie befinden sich auf dem richtigen Weg, den eher kontraintegrativen Beitrag der bisherigen Mediendarstellung zu durchbrechen. Die Integration ist teilweise weiter fortgeschritten, als dies im Fernsehen dargestellt wird.

Tayfun Bademsoy verweist im Hinblick auf aktuelle politische Debatten darauf, dass in den Medien überwiegend die negativen Aspekte misslungener Integration stark aufgepuscht und ins Zentrum der Berichterstattung gesetzt werden. Andere Themen, die mit dem Leben der Migranten verbunden und positiv konotiert sind, kommen hier oft zu kurz. Gerade in Unterhaltungsformaten könnte die interkulturelle Sensibilisierung weiter vorangetrieben werden. Die Frage was dem Zuschauer „zugemutet“ werden kann, sollte weniger unsicher und ängstlich als in der Vergangenheit angegangen werden. Hier zeigen sich bislang die privaten Sender aufgeschlossener bei der Erprobung neuer Formate als die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

Pressemitteilung des ZKM als PDF

Weitere Informationen:
www.rtl.de
www.bundesinitiative.org/beteiligte/personen/bademsoy.php
www.bavaria-film.de

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