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Aktuelles / Nachrichten

Tutzinger Medientage 2007
15.-16. März 2007, Evangelische Akademie Tutzing

Unser Motto heißt nicht, über die zu reden, die zu uns gekommen sind. Sondern Integrationsprozesse gemeinsam mit Migrantinnen und Migranten zu gestalten.
(Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer
bei den „Tutzinger Medientagen 2007“, die tageszeitung, v. 19.03.07)

Wir müssen in den Alltagsmedien stärker die Vielfalt des Lebens darstellen.
(Bundesinnenminister des Inneren Dr. Wolfgang Schäuble
bei den „Tutzinger Medientagen 2007“, spigelonline, v. 16.03.07)

Ganz nah, ganz fremd? – Migration, Integration und Fernsehen war das Motto der Tutzinger Medientage 2007, die zum 26. Mal in Tutzing am Starnberger See vom 15. bis 16. März ausgetragen wurden. Das von der Evangelischen Akademie Tutzing in Kooperation mit dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik veranstaltete Symposium behandelt alljährlich aktuelle medienpolitische Themen und bietet für die Fachwelt aus Medien, Politik und Wissenschaft ein renommiertes Diskussionsforum.

Im Fokus des diesjährigen Symposiums stand das Verhältnis des deutschen Fernsehens zu den hier lebenden Migranten. Politiker, Medienforscher, Senderverantwortliche und in den Medien wirkende Migranten befassten sich mit der aktuellen Situation bezüglich der Berücksichtigung von Migranten bzw. Bürgern mit Migrationshintergrund und der kulturellen Vielfalt im Fernsehprogramm. Im Anschluss an eine Bestandsaufnahme der Präsenz von Migranten im Fernsehen wurden auch die Möglichkeiten einer stärkeren Einbindung der mit dem Leben von Migranten in Deutschland verbundenen Themen in die Programmplanung von Hörfunk und Fernsehen diskutiert.

Podiumsdiskussion mit v.l.n.r. Sissi Pitzer (BR), Prof. Dr. Maria Böhmer, Jürgen Doetz (VPRT) und Dr. Gottfried Langenstein (arte)

Einigkeit bestand unter den beteiligten Politikern und Medienschaffenden hinsichtlich der unzulänglichen Darstellung der „Normalität des Zusammenlebens“ (Staatsministerin Maria Böhmer). Die Darstellung des Lebens von Migranten in Deutschland wurde bislang vornehmlich auf negative Aspekte reduziert – um die Integration zu befördern, die beiden Seiten der in Deutschland lebenden Bevölkerung einschließen muss, ist es jedoch erforderlich, die Lebensrealität in ihrer Vielfalt und insbesondere auch ihre anregenden und positiven Seiten darzustellen. Im Rahmen der Tagung wurde mehrfach auf die mangelhafte Medienforschung eingegangen sowie die unzureichenden Kenntnisse bzw. fehlenden Daten bezüglich des Mediennutzungsverhaltens von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland thematisiert.

An der Tutzinger Tagung beteiligten sich mit Vorträgen und Diskussionsbeiträgen u. a. die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, Bundesinnenminister des Inneren Dr. Wolfgang Schäuble, ARTE-Präsident Dr. Gottfried Langenstein, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing Dr. Friedemann Greiner, Vorsitzender des Rats für Migration Prof. em. Dr. Dr. h. c. Dieter Oberndörfer vom Arnold-Bergstraesser-Institut, Medienpublizist Fritz Wolf, Medienjournalist Stefan Niggemeier, Chefredakteurin Radio multikulti (RBB) Illona Marenbach, Moderatorin WDR und freie Autorin Isabel Schayani, Fernsehjournalistin MDR/ARD Minou Amir-Sehhi, Initiator und Leiter der BIF Michael Mangold, Präsident des VPRT Jürgen Doetz und Rundfunkbeauftragter des Rates der EKD und VEF Pfarrer Bernd Merz.

Die Tagung stieß auf ein breites öffentliches Interesse und regte anschließend in Print- und Online-Medien eine vielfältige Berichterstattung an.

Die BIF bei den Tutzinger Medientagen 2007

Der Initiator und Leiter der Bundesinitiative Integration und Fernsehen am ZKM, Michael Mangold, nahm die Einladung zu den Tutzinger Medientagen 2007 zum Anlass, die bundesweite BIF-Plattform und deren Zielsetzung vorzustellen. In seinem Vortrag Integration und Bildung ging er der Frage nach, welchen Beitrag das Fernsehen für die Integration von Migranten leisten kann. Er wies auf das unerschöpfte Potenzial des Fernsehens hin, das insbesondere für die Jugendlichen als das nach wie vor zentrale Medium fungiert, und erläuterte die noch zu erschließenden Möglichkeiten der fiktionalen Formate für die Integration.

Dabei machte er auf die etablierte Trennung zwischen Medienforschung und Medienproduktion aufmerksam, der eine institutionalisierte Unterscheidung zwischen Unterhaltung und Kultur bzw. Bildung entspricht. Diese Tendenz habe in den zurückliegenden Jahrzehnten erheblich dazu beigetragen, dass die nunmehr im Konsens beklagten Mängel im Fernsehprogramm überhaupt entstehen konnten. Abhilfe kann hierbei mittelfristig nur eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Medienforschung und -produktion leisten. Daher ist mit der gegenwärtig zunehmenden Präsenz von Migranten in fiktionalen Fernsehformaten lediglich ein Anfang in Richtung einer Veränderung unternommen worden, der zu einer weiteren Diskussion um die Rolle der neuen Medien im Integrationsprozess und schließlich in gesellschaftlichen Veränderungsprozessen insgesamt führen sollte.

Weitere Informationen:

Evangelische Akademie Tutzing
Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik GmbH

Presseresonanz

funkkorrespondenz.kim-info.de
www.taz.de/pt/2007/03/19/a0151.1/text
www.tagesspiegel.de/medien/archiv/18.03.2007/3148766.asp
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,472203,00.html

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